Glossar
Fachbegriffe von A bis Z – einfach erklärt.
- A
- Ableitende InkontinenzversorgungInkontinenz bezeichnet den unwillkürlichen Verlust von Urin oder Stuhl. Die Kontrolle über die Ausscheidung funktioniert dabei nicht mehr vollständig oder geht teilweise verloren. Ableitende Inkontinenzversorgung: Die ableitende Inkontinenzversorgung umfasst spezielle...
- Allergischer Schock (Anaphylaxie)Bei einem allergischen Schock reagiert das Immunsystem besonders heftig auf bestimmte Reize und produziert extrem viele Antikörper. Histamin wird in sehr großen Mengen freigesetzt – mit lebensbedrohlichen Folgen wie die...
- AntibiotikaAntibiotika sind Medikamente, die gegen bakterielle Infektionen wirken. Sie töten Bakterien ab oder hemmen deren Wachstum, damit das Immunsystem den Körper besser schützen kann. Sie werden zum Beispiel bei Mandelentzündungen,...
- APATherapieEine Ambulante Parenterale Antiinfektiva Therapie (APAT) ermöglicht, eine stationär begonnene intravenöse Antiinfektivatherapie im häuslichen Umfeld, in Ambulanzen, Praxen oder stationären Pflegeeinrichtungen fortzusetzen. Einige komplexe infektiologische Erkrankungen erfordern eine längere Behandlung...
- ASS (Acetylsalicylsäure)Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Arzneistoff. In niedriger Dosierung wird ASS zur Hemmung der Blutplättchen eingesetzt und kann so das Risiko von Blutgerinnseln senken. Mögliche Nebenwirkungen sind...
- B
- BetablockerBetablocker senken den Blutdruck und entlasten das Herz, indem sie die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin hemmen. Dadurch schlägt das Herz langsamer und benötigt weniger Sauerstoff. Sie werden häufig mit...
- C
- ChemotherapieEine Chemotherapie ist die Behandlung von Krebserkrankungen mit Medikamenten, den sogenannten Zytostatika. Diese hemmen das Wachstum von Krebszellen und zerstören sie. Da die Therapie im gesamten Körper wirkt, kann sie...
- D
- DekubitusEin Dekubitus ist ein Druckgeschwür, hervorgerufen durch längere Druckbelastungen. Lokale Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes sind die Folge. Es handelt sich um chronische Wunden, die vor allem bei...
- Diabetischer FußEin unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus kann auf Dauer zu einem „diabetischen Fuß“ (diabetisches Fußsyndrom) führen. Menschen mit Diabetes haben zu hohe Blutzuckerwerte. Sind diese dauerhaft erhöht, kommt es...
- Dunbar-SyndromDas Dunbar-Syndrom ist eine seltene Durchblutungsstörung des Darms, die durch eine Einengung der Oberbaucharterie verursacht wird. Dadurch können nach dem Essen starke Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe auftreten. Die Diagnose...
- E
- E-RezeptDas E-Rezept ermöglicht digitale Anwendungen wie Medikationspläne und Wechselwirkungschecks. Seit 2022 ist es für verschreibungspflichtige Medikamente verpflichtend und kann per App oder Papierausdruck genutzt werden.
- Enterale ErnährungDie Enterale Ernährung ist die bevorzugte Form der künstlichen Ernährung bei Patienten mit funktionsfähigem Verdauungstrakt, die nicht ausreichend essen können, dürfen oder wollen. Dabei erhält der Körper alle wichtigen Nährstoffe...
- EntlassmanagementDas Entlassmanagement dient dazu, den Übergang vom Krankenhaus in die weitere Versorgung sicher zu organisieren. Das Krankenhaus erstellt frühzeitig einen Entlassplan, organisiert bei Bedarf gemeinsam mit der Kranken- oder Pflegekasse...
- ErnährungspumpeEine Ernährungspumpe ist ein elektrisch betriebenes Gerät, das Sondennahrung mit einer individuell eingestellten Geschwindigkeit über eine Ernährungssonde in den Magen-Darm-Trakt befördert. Sie wird eingesetzt, wenn eine kontinuierliche oder portionsweise enterale...
- F
- FieberFieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es beginnt ab 38 °C und dient als natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers gegen Krankheitserreger. Fiebersenkende Medikamente sind nicht immer nötig. Die Ursache des...
- G
- Gilbert-SyndromDas Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht) ist eine angeborene, harmlose Stoffwechselstörung. Durch eine verminderte Enzymaktivität wird Bilirubin langsamer abgebaut, wodurch Augen und manchmal auch die Haut gelblich werden können. Die Diagnose erfolgt...
- H
- Heimbeatmung + MonitoringDie außerklinische Beatmung (Heimbeatmung) erfolgt außerhalb des Krankenhauses – entweder im eigenen Zuhause oder in einer spezialisierten Pflegeeinrichtung und erst dann, wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Nichtinvasive Heimbeatmung: Bei...
- Hilfsmittelversorgung: Freies WahlrechtAls gesetzlich Krankenversicherter kann zwischen den Vertragspartnern der Krankenkasse der Leistungserbringer frei gewählt werden. Aufgrund von Ausschreibungen und Verträgen für bestimmte Versorgungsbereiche kann das Wahlrecht allerdings eingeschränkt sein, darum muss...
- I
- ImmunsystemDas Immunsystem schützt vor schädlichen und körperfremden Organismen (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten), überwacht körpereigene Vorgänge und schaltet bei Bedarf entartete Zellen aus (Krebs). Das Immunsystem wird in eine angeborene und...
- J
- Jejunum (Leerdarm)Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und liegt zwischen dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem Krummdarm (Ileum). Es ist etwa ein bis zwei Meter lang und dient vor allem...
- K
- KontrastmittelKontrastmittel werden in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen, Sonografie und MRT) eingesetzt, um Organe und Gewebe besser darzustellen und Krankheiten zu erkennen. Beim Röntgen werden jodhaltige Kontrastmittel injiziert oder oral verabreicht....
- L
- LymphknotenLymphknoten sind wichtige Bestandteile des Lymphsystems und des Immunsystems. Sie enthalten Lymphozyten, die Krankheitserreger wie Viren und Bakterien erkennen und bekämpfen. Wenn ein Erreger erkannt wird, vermehren sich die Abwehrzellen,...
- M
- MedikamentenentsorgungAlte Medikamente (mit Ausnahme von Zytostatika) gelten nach der Abfallverzeichnisverordnung nicht als gefährlicher Abfall und dürfen deshalb über den Restmüll (schwarze Restmülltonne) entsorgt werden. Pappschachteln und Beipackzettel gehören in die...
- Medikamentengabe auf RezeptÄltere und pflegebedürftige Menschen haben oft Probleme, ihre Medikamente (z.B. Augentropfen, Insulin, Tabletten) selbst vorzubereiten und einzunehmen. Ambulante Pflegedienste können dieses übernehmen, was über ein ärztliches Rezept verordnet werden kann....
- MedikationsplanIm Medikationsplan werden alle Arzneimittel mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich dokumentiert. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen betreffen Menschen, die langfristig mehrere Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Etwa fünf bis 10 Prozent aller Krankenhauseinweisungen gehen auf...
- Medizinischer Dienst (MD)Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst (MD), den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen. Die Begutachtung erfolgt nach vorheriger Ankündigung persönlich oder telefonisch durch erfahrene Pflegefachkräfte oder Ärztinnen und Ärzte anhand eines...
- Morbus BasedowMorbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüse zur Überproduktion von Hormonen anregen. Dadurch entstehen Symptome wie Herzrasen, Gewichtsverlust, Zittern, Unruhe und Schwitzen. Häufig ist die Schilddrüse vergrößert...
- N
- NorovirenNoroviren verursachen eine sehr ansteckende Magen-Darm-Erkrankung mit starkem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Die Übertragung erfolgt über Schmierinfektionen, Tröpfchen beim Erbrechen sowie verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. Die Krankheit beginnt meist nach...
- O
- Obstipation (Verstopfung)Die Neigung zur Verstopfung (Obstipation) nimmt mit zunehmendem Alter zu und kann durch Arzneinebenwirkungen, Stoffwechselstörungen oder auch durch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes entstehen. Auch veränderte Ess-, Trink- und Schlafgewohnheiten, Hitze oder fehlende Bewegung lassen den Darm schwerfälliger arbeiten –...
- Ö
- Ösophagitisist eine Speiseröhrenentzündung und kann verschiedene Ursachen haben, z.B.: Reflux-Krankheit, Verätzungen in der Speiseröhre, steckengebliebene Medikamente oder Fremdkörper sowie Infektionen mit Pilzen oder Viren. Häufigste Ursache für eine Entzündung der...
- P
- PalliativversorgungUnter Palliativversorgung versteht man die ganzheitliche Begleitung und Linderung von Symptomen für Menschen mit unheilbaren und fortschreitenden Erkrankungen. Diese Versorgung bedeutet nicht, das Leben zu verlängern oder zu verkürzen, sondern...
- Parenterale ErnährungEine parenterale Ernährung (intravenöse Ernährung) wird notwendig, wenn eine ausreichende Ernährung mit normaler Kost nicht möglich, oder der Magen-Darm-Trakt nicht zu nutzen ist. Ist eine ausreichende Versorgung oral nicht möglich,...
- PflegegradEin Pflegegrad beschreibt das Ausmaß der gesundheitlich bedingten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Es gibt fünf Pflegegrade (1–5). Je höher der Pflegegrad, desto höher sind der Unterstützungsbedarf und die Leistungen der Pflegeversicherung....
- PflegestützpunktPflegestützpunkte sind zentrale, kostenlose und neutrale Beratungsstellen für Pflegebedürftige, Menschen mit Unterstützungsbedarf und deren Angehörige und werden von den Kranken- und Pflegekassen auf Initiative eines Bundeslandes eingerichtet. Die Beratung ist...
- PolymedikationPolymedikation bedeutet die dauerhafte Einnahme mehrerer Medikamente durch einen Patienten (häufig definiert als mindestens drei oder fünf Arzneimittel gleichzeitig). Viele Menschen sind darauf angewiesen, jedoch entstehen dadurch Risiken wie Wechselwirkungen,...
- PolyneuropathiePolyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der mehrere Nerven gleichzeitig geschädigt werden. Die Beschwerden beginnen meist symmetrisch an den Füßen und Beinen und äußern sich durch Kribbeln, Taubheitsgefühle,...
- Q
- QuarantäneQuarantäne bezeichnet die zeitlich befristete räumliche Absonderung von Menschen, Tieren oder Pflanzen, um die Ausbreitung ansteckender Infektionskrankheiten zu verhindern. Sie wird vorsorglich angeordnet, wenn der Verdacht auf eine Ansteckung besteht....
- R
- ReizdarmsyndromDas Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Erkrankung des Verdauungstrakts, bei der die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm (Darm-Hirn-Achse) gestört ist. Typische Beschwerden sind krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl sowie Veränderungen der...
- S
- Schmerztherapie in der OnkologieZiel der Schmerztherapie ist es, Tumorschmerzen möglichst wirksam zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Behandlung erfolgt nach aktuellen wissenschaftlichen Standards und soll Einschränkungen des Bewusstseins möglichst vermeiden. Dabei...
- StomaStomata sind operativ geschaffene Körperöffnungen, über die Ausscheidungen ausgeleitet werden. Die Aufgabe eines Stomas besteht vor allem darin, die durch z.B. eine Operation verloren gegangene Körperfunktion zu ersetzen. • Colostoma...
- T
- TetanusTetanus (Wundstarrkrampf) wird durch Sporen des Bakteriums Clostridium tetani verursacht, die in Erde und Staub vorkommen. Die Infektion kann durch Verletzungen entstehen und führt nach 3–21 Tagen zu Muskelkrämpfen, Kiefersperre...
- TracheostomaEin Tracheostoma ist ein künstlicher Zugang zur Luftröhre durch die Halsweichteile. Dadurch werden die oberen Atemwege umgangen. Es wird angelegt, wenn die natürliche Atmung nicht ausreichend möglich ist, eine längerfristige...
- TracheotomieBei einer Tracheotomie wird vorübergehend oder dauerhaft ein anderer Zugang zur Luftröhre gelegt, um den Organismus ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Die Luftröhre wird im Bereich des Halses von außen...
- TumormarkerTumormarker sind Stoffe wie Proteine, Antigene oder Hormone, die von Tumorzellen oder dem Körper als Reaktion auf eine Krebserkrankung gebildet werden. Sie können im Blut oder Urin gemessen werden und...
- U
- UrinUrin entsteht in den Nieren und besteht hauptsächlich aus Wasser. Die gelbe Farbe kommt vom Farbstoff Urobilinogen und hängt von der Trinkmenge ab: Je weniger Wasser man trinkt, desto dunkler...
- V
- Vertigo (Schwindel)Schwindel (Vertigo) ist ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Er entsteht durch eine gestörte Wahrnehmung verschiedener Sinne und kann zu Unsicherheit im Raum sowie Gleichgewichtsstörungen führen. Es gibt verschiedene Formen...
- Vitamin DVitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Es wird hauptsächlich durch Sonnenlicht gebildet, im Winter reicht dies in Deutschland jedoch oft nicht aus. Gute Nahrungsquellen sind fetter...
- W
- WachkomaEin Wachkoma entsteht durch eine schwere Schädigung des Großhirns, wodurch die bewusste Wahrnehmung und Kommunikation stark eingeschränkt oder nicht mehr möglich sind. Obwohl die Patienten durch geöffnete Augen wach wirken,...
- WundversorgungEine Wunde ist eine Trennung des normalen Gewebezusammenhangs an der äußeren oder inneren Körperoberfläche. Durch die Verletzung wird die natürliche Schutzbarriere des Körpers zwischen dem Körperinneren und der Umwelt unterbrochen....
- X
- XanthomEin Xanthom ist eine gutartige, gelbliche Fettablagerung unter der Haut oder in Sehnen, die durch die Aufnahme von überschüssigem Cholesterin oder Triglyceriden durch Fresszellen entsteht. Es ist meist harmlos und...
- Z
- ZytostatikaZytostatika sind Medikamente, die das Wachstum und die Teilung von Zellen hemmen oder diese zerstören. Sie werden vor allem in der Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt. Sie greifen in den Zellzyklus...